Funkbasierte Systeme

Die Technik:

Ein Funksender gekoppelt mit der Beschallungsanlage versorgt den gesamten Raum. Jeder Hörgeschädigte ist mit einem eigenen Empfänger zu versorgen. An diesen kann entweder ein Kopfhörer oder eine individuelle Induktionsschleife angeschlossen werden.

Zielgruppe:

  • der schwach Hörgeschädigte, der sich ohne weitere Hilfsmittel bewegt
  • der Hörgeschädigte, der eine Hörhilfe (Hörgerät) benutzt
  • Dolmetscherbetrieb

Vorteil:

  • beide Zielgruppen werden gleichermaßen bedient
  • Systeme können zudem für Simultanübersetzung eingesetzt werden, da sie in der Regel über mehrere schaltbare und unterschiedlich ansprechbare Übertragungskanäle verfügen
  • insbesondere die Funkanlagen sind ortsbeweglich und können problemlos verliehen oder mit entsprechenden Hand- oder Taschensendern alternativ in mehreren Räumen genutzt werden

Nachteil:

  • für jeden Hörgeschädigten, auch denjenigen mit einem Hörgerät, muss ein Empfänger bereitgestellt, am Ende der Veranstaltung wieder eingesammelt und geladen werden
  • die sogenannten und häufig bevorzugten Kopfbügelempfänger sind für Menschen mit Hörgerät in der Regel unbrauchbar, das Hörgerät steckt ja selbst in der Ohrmuschel. Das gleiche gilt für geschlossene Kopfhörer, sie führen beim Hörgerät unweigerlich zu Rückkopplung. Es ist darauf zu achten, dass zumindest ein Teil der Empfänger jeden handelsüblichen Kopfhörer bedienen kann
  • unvorhergesehene Betriebsstörungen sind nicht ganz auszuschließen, ein gutes Frequenzmanagement verhindert sie aber in der Regel

 

Varianten, Frequenzbereiche:

►  Die Anlagen bewegen sich hauptsächlich in dem dafür erstlinig vorgesehenen, anmelde- und gebührenfreien, sogenannten ISM Bereich, 863 – 865 MHz.

►  Darüber lassen sich mit sogenannten ‚In-Ear-Monitoranlagen‘ diverse Möglichkeiten in hauptsächlich anmeldepflichtigen Bereichen, 490 – 832 MHz, zusammenstellen.

Bezüglich folgender Anlage gibt es komfortable Lademöglichkeiten:

►  In den letzten Jahren haben sich in dem weltweit anmelde- und gebührenfreien W-LAN Bereich im 2,4 GHz Band viele Audioanwendungen etabliert, so auch Tour-Guide-Systeme:

 

In allen der angesprochenen Frequenzbereiche können Störungen durch andere Anwendungen auftreten bzw. diese Systeme gestört werden, wie kabellose Mikrofone, terrestisches TV oder W-LAN.
Gerade im W-LAN Bereich kann sich die Situation bei großer Besucheranzahl (Smartphones, iPhones, etc.) verschlechtern.